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15.01.2020

Time to say goodbye

News

Liam - ein Gespräch zum Schluss 

Nach zweieinhalb Jahren beendet Liam, der erste Azubi der AIDS-Hilfe Hamburg, seine Ausbildung bei uns. Es gibt vermutlich niemanden, der nicht mit ihm geklönt, eine Zigarette auf der Terrasse geraucht, oder "mal schnell" um Hilfe gefragt hätte. Nach all der Zeit eine gute Gelegenheit für ein kleines Interview. 

CG: Liam. Du hast es geschafft und darfst Dich jetzt Kaufmann für Büromanagment nennen. Glücklich?

LG: Das fühlt sich schon gut an. Zumal das Ergebnis besser war als ich befürchtet hatte. 

CG: Wie lange warst Du jetzt eigentlich bei uns?

LG: Lass mich kurz überlegen. Mit Schulpraktikum und dem Bundesfreiwilligendienst waren das dreieinhalb Jahre. Ich hab tatsächlich mit 15 bei uns angefangen. Krass, wenn ich daran zurück denke. 

CG: Wie war es denn zu der Zeit bei uns?

LG: Naja, der Anfang war schon aufregend. Ich habe ja auch gleich mit am Empfang gesessen, ein Mann kam rein und fragte direkt: „Wie belastbar ist so ein Kondom eigentlich, muss ich mir da eigentlich Sorgen machen, bei … Sie wissen schon was?“ Ich war ein wenig überfordert und habe verzweifelt zu Melina rüber geschaut, die mit mir am Counter war und wusste nicht wirklich, was ich antworten sollte. Melina stand währenddessen seelenruhig auf, schnappte sich ein Kondom und zog sich dies über den Arm, hoch bis zum Kinn. Der Mann nickte zweimal, ein leises „mmmmmhhhhh“ kam aus ihm heraus, bedankte sich und ging mit einem Lächeln zur Tür hinaus. In dem Moment wurden mir zwei Dinge klar: 1. ich mag Melina, 2. das wird hier noch sehr viel Spaß machen.  

CG: Du hast ja auch das Team Fundraising unterstützt. Wie war das?

LG: Naja, was nicht so geil gewesen ist: das ständige Packen. Immer musste irgendwas für irgendwo vorbereitet werden. Aber hey, ich pack ja auch gern mit an. Es war zwischendurch aber immer wahnsinnig spannend. Ich habe wahnsinnig viele Menschen kennen gelernt. Das war alles eine große Vielfalt. Sprichwörtlich. Und die Weiterentwicklung des Online-Shops hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ist mittlerweile echt erfolgreich. 

CG: Dein erster CSD?

LG: Jaaaaaa. Also, insgesamt kam ja oft ein Event zum anderen. Benefizveranstaltungen, Sachen mit Drags, langweiliges Zeug, aber ich habe wirklich viel gesehen und erlebt. Ganz sicher anders, als meine Mitschüler*innen das behaupten können. Und der erste CSD...das war schon immer eine ganz schöne Plackerei. Was da hin und her geschleppt wurde. Wahnsinn. Und wenn alles steht, dann bleibt noch Zeit für ein Bier und dann ist eigentlich schon wieder Sonntag und der ganz Mist muss wieder eingepackt werden. Wieder PACKEN, versteht Du? Die Parade habe ich in all der Zeit nie gesehen. Das wird dieses Jahr aber ganz sicher anders. 

CG: Und wenn Du so zurückblickst, war das eine gute Zeit für Dich?

LG: Persönlich, auf jeden Fall. An meinem ersten Arbeitstag wurde mir eine pinke Einhorntüte überreicht. Das war schon ein guter Start. Ich habe in den Jahren so viel gesehen, gelernt und neues erfahren. Das hat schon was mit mir gemacht. Im vergangenen Jahr habe ich für das 80er Jahre Fest für die Ehrenamtlichen eine "Klappe" zur Raumdeko gebaut. Schön mit Baustrahler, Loch, Klopapier und Eddingsprüchen. Das ist nix was man sonst im Alltag erlebt. Oder erzählt. 

CG: Bleibst Du uns als ehrenamtlicher Kollege erhalten. 

LG: Nope. Aber Ihr werdet mich sicherlich nicht los. Dafür habe ich zu viele tolle Menschen kennen gelernt, mit denen ich mich in Teilen auch gerne weiterhin privat treffe. 

CG: Eine letzte Frage. Was ist eigentlich Dein Lieblingslied von Madonna?

LG: Wer? 

#WirWünschenDirDasBeste