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FAQ

 

Allgemeine Fragen

 

Wie kann HIV übertragen werden?

HIV ist ein relativ schwer übertragbares Virus. Zu einer Ansteckung kann es nur kommen, wenn eine ausreichende Menge Viren in Wunden oder auf Schleimhäute gelangt. Auch über den Penis können HIV-Viren in den Körper gelangen. Eine Ansteckung ist möglich über Blut (auch Menstruationsblut), Sperma, Scheidenflüssigkeit, die Schleimhaut des Enddarms und Muttermilch, sofern sie das Virus in hoher Konzentration enthalten.

Auf welchen Wegen wird HIV hauptsächlich übertragen?

HIV wird hauptsächlich über zwei Wege übertragen: durch ungeschützten Sex (z.B. Sex ohne Kondom) und durch das gemeinsame Benutzen von Spritzen beim Drogenkonsum. Die Übertragung von der Mutter auf das Kind während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder beim Stillen lässt sich heute durch Medikamente verhindern.

Was sind die Hauptübertragungswege beim Sex?

Hauptübertragungswege beim Sex sind Analverkehr und Vaginalverkehr ohne Kondom. Deutlich risikoärmer ist Oralverkehr, da die Mundschleimhaut widerstandsfähiger gegen HIV ist als andere Schleimhäute.

Was ist Safe Sex?

Safe Sex ist absolut sicherer Sex, bei dem man sich definitiv nicht mit HIV anstecken kann. Der Kontakt mit infektiösen Körperflüssigkeiten wird völlig ausgeschlossen. Das bedeutet: Anal-, Vaginal- und Oralverkehr sind tabu, wenn nicht hundertprozentig ausgeschlossen werden kann, dass der Partner beziehungsweise die Partnerin HIV-positiv ist. Möglich sind sexuelle Varianten wie Küssen, Streicheln, Massage oder Selbstbefriedigung. Viele Menschen möchten sich nicht so stark einschränken und praktizieren deshalb „Safer Sex“.

Was ist Safer Sex?

Unter Safer Sex versteht man Methoden, die eine HIV-Übertragung verhindern, also Kondome, PrEP und Schutz durch Therapie.

Kann man sich am Lusttropfen mit HIV anstecken?

Der Lusttropfen reicht beim Oralverkehr für eine HIV-Infektion nicht aus. Der Virusgehalt im Lusttropfen ist viel geringer als zum Beispiel im Sperma. Zudem wird der Lusttropfen im Mund mit Speichel verdünnt.

Kann HIV auch in alltäglichen Situationen übertragen werden?

In alltäglichen Situationen besteht kein Risiko, sich mit HIV anzustecken. Der gemeinsame Gebrauch von Geschirr, Gläsern, Wäsche und ähnlichem ist absolut ungefährlich, ebenso der Schwimmbad- oder Saunabesuch. In Duschen und Toiletten ist eine Übertragung nicht möglich. Auch nicht durch Händeschütteln, Umarmen, beim Spielen oder beim Toben mit Kindern. Unmöglich ist auch eine Ansteckung durch Insektenstiche oder überhaupt durch Tiere.

 Bedeutet ungeschützter Sex autometisch, dass ich mich mit HIV angesteckt habe?

HIV ist ein relativ schwer übertragbares Virus und ungeschützter Sex mit einer HIV-positiven Person bedeutet nicht automatisch eine Ansteckung. Statistisch gesehen ist eine Ansteckung bei nur einem ungeschützten Kontakt sogar gering. Im Einzelfall spielen aber viele Faktoren eine Rolle, die das HIV-Übertragungsrisiko erhöhen oder vermindern können.

Welche anderen Infektionen können beim Sex übertragen werden?

Auf sexuellem Weg können eine ganze Reihe von Krankheiten übertragen werden, zum Beispiel Syphilis, Hepatitis oder Tripper. Trotzdem passiert dies relativ selten. Die meisten sexuell übertragbaren Infektionen sind leicht behandelbar und heilen aus, wenn sie rechtzeitig erkannt werden. Gegen Hepatitis A und Hepatitis B kann man sich impfen lassen.

Was kann ich tun, wenn ich befürchte, mich angesteckt zu haben?

Belassen Sie es nicht bei Mutmaßungen! Ein Beratungsgespräch kann helfen zu klären, ob in der von Ihnen geschilderten Situation eine Ansteckung möglich gewesen ist. In der Beratung lässt sich auch klären, ob ein HIV-Test sinnvoll ist. Bei Bedarf helfen wir Ihnen bei der Suche nach Testangeboten und Ärzten, die sich mit HIV und sexuell übertragbaren Infektionen auskennen.

 

HIV TEST

 

Was spricht für den HIV Test:

 Es gibt viele gute Gründe für einen HIV-Test, zum Beispiel Gewissheit angesichts einer befürchteten Ansteckung, Wunsch nach Sex ohne Kondom in der Partnerschaft, Kinderwunsch oder die optimale Nutzung der Therapiemöglichkeiten. Menschen mit HIV haben nämlich heute bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung eine annähernd normale Lebenserwartung bei guter Lebensqualität. Ein zu später Therapiebeginn kann hingegen Lebensqualität und auch Lebensjahre kosten

Wann sollte man sich testen lassen: Immer dann, wenn ein konkreter Verdacht auf eine Ansteckung besteht. Das ist meistens dann der Fall, wenn Anal- oder Vaginalverkehr ohne Kondom mit einem Partner oder einer Partnerin stattgefunden hat, der oder die HIV-positiv sein könnte oder dessen/deren HIV-Viruslast nicht unter der Nachweisgrenze oder unbekannt ist. Außerdem gibt es ein hohes Ansteckungsrisiko bei der gemeinsamen Benutzung von Spritzbestecken (needle sharing)

Ab welchem Zeitpunkt ist ein test sinnvoll: Die heute eingesetzten Labortests weisen sowohl einen Bestandteil des Virus (Antigen) als auch Antikörper nach. Bis man Antigen und/oder Antikörper im Blut nachweisen kann, können aber einige Wochen vergehen (= „diagnostisches Fenster“). Deshalb sollte man nach einer Risikosituation mindestens sechs Wochen mit einem Labortest warten, wenn man sicher sein will, dass man nicht infiziert ist. Nachweisen kann man eine Infektion aber oft schon früher. Bei HIV-Schnelltests (siehe Frage 5) gilt ein längeres diagnostisches Fenster: Hier muss man nach einer Risikosituation mindestens drei Monate warten, wenn man eine HIV-Infektion sicher ausschließen will.

Wie lange muss man auf das Ergebnis warten?

Das Ergebnis einer Laboruntersuchung bekommt man normalerweise nach zwei bis fünf Tagen. Fällt der Test positiv aus, wird in dieser Zeit auch ein Bestätigungstest mit einem anderen Verfahren durchgeführt. So wird sichergestellt, dass der erste Test kein falsches Ergebnis geliefert hat, was in äußerst seltenen Fällen vorkommt.

Gibt es eine schnellere Möglichkeit, sein Ergebnis zu bekommen?

HIV-Schnelltests liefern das Ergebnis schon in etwa 30 Minuten nach der Blutabnahme. Schnelltests können aber nur Antikörper nachweisen und kein HIV-Antigen, und bis sich nach einer Infektion genug Antikörper für einen Nachweis gebildet haben, kann es länger dauern. Daher gilt bei Schnelltests auch ein längeres „diagnostisches Fenster“: Erst drei Monate nach einem Risikokontakt kann man mit einem negativen Schnelltest-Ergebnis eine HIV-Infektion sicher ausschließen. Ist das Ergebnis eines HIV-Schnelltests positiv, muss man etwa zwei bis fünf Tage warten, bis das Ergebnis durch einen weiteren Test als sicher bestätigt werden kann.

Worauf muss ich bei einem Selbsttest (Heimtest) aus dem Internet achten?

Es gibt eine Fülle von Angeboten, leider auch sehr schlechte. Es sind nur Tests zu empfehlen, die

  • das CE-Prüfzeichen der Europäischen Union haben,
  • für die Anwendung durch Laien konzipiert und
  • in Europa zugelassen sind.

Darüber hinaus sollte ein guter HIV-Selbsttest annähernd zu 100% sensitiv sein. Das bedeutet, dass er bei richtiger Anwendung keine HIV-Infektion „übersieht“. Diese Kriterien erfüllen die HIV-Heimtests „Autotest VIH“, „INSTI“ und „Exacto“-Selbsttest. Hier gibt es weitere Infos zum Selbsttest.

Was sagt ein Testergebnis aus?

Das Ergebnis eines Labortests (siehe Frage 4) macht eine Aussage darüber, ob man sechs Wochen vor dem Test HIV-infiziert war oder nicht. Das Ergebnis eines HIV-Schnelltests (siehe Frage 5) sagt aus, ob man 12 Wochen vor dem Test infiziert war oder nicht. Das gilt aber nur, wenn man den Labortest frühestens sechs Wochen oder den Schnelltest frühestens zwölf Wochen nach dem letzten Infektionsrisiko gemacht hat

Was kostet der Test?

In manchen Aidshilfen und Präventionsprojekten kann man sich zum Teil gegen eine geringe Gebühr (in der Regel zwischen 10 und 15 Euro), in vielen Gesundheitsämtern auch kostenlos testen lassen.

Warum sollte man sich vorher beraten lassen?

In der Beratung kann geklärt werden, ob tatsächlich ein HIV-Infektionsrisiko bestanden hat oder ob sich jemand unnötig ängstigt. Außerdem lässt sich dort feststellen, ob der richtige Zeitpunkt für den Test bereits gekommen ist (siehe Frage 3) und welchen Test man am besten anwendet. Im persönlichen Gespräch können auch Wissenslücken über Ansteckungsrisiken und Schutzmöglichkeiten geschlossen werden.

Wann ist es sinnvoll, den Test anonym durchführen zu lassen ?

Ein Test beim Hausarzt (nicht das Ergebnis!) wird bei der Krankenkasse „aktenkundig“. Dies kann Konsequenzen bei späteren Versicherungsabschlüssen haben. Hiervor schützt ein anonymer Test.

Wo kann man den Test durchführen?

Der HIV-Test wird von Ärzten, Gesundheitsämtern, Aidshilfen, Präventionsprojekten und Einrichtungen für schwule Männer angeboten. Über Testmöglichkeiten informieren die Aidshilfen vor Ort. Nähere Informationen darüber gibt es im Bereich Beratung.


FAQ HIV und Arbeit

 

Wie sieht in Deutschland die Situation für Menschen mit HIV im Berufsleben aus ?

Rund zwei Drittel der etwa 85.000 Menschen mit HIV in Deutschland sind erwerbstätig. Statistisch gesehen ist eine_r von 800 Beschäftigten HIV-positiv.

In einer 2011/2012 in Deutschland durchgeführten Befragung von 1.148 HIV-Positiven gaben 29 Prozent der in Voll- oder Teilzeit Beschäftigten an, im Beruf offen mit der HIV-Infektion umzugehen. Von ihnen berichteten 45 Prozent über Unterstützung durch Arbeitgeber_innen, 29 Prozent von einer neutralen und 26 Prozent von einer diskriminierenden Reaktion.

Die große Mehrheit der Befragten legt die Infektion im Beruf allerdings nicht offen – viele, weil sie finden, dass das niemanden etwas angeht, viele aber auch aus Angst vor Benachteiligung.

Dürfen menschen mit HIV weiter arbeiten?

Die Antwort ist ein ganz klares Ja! Wenn im Arbeitsalltag  die üblichen Hygiene- und Arbeitsschutzmaßnahmen eingehalten werden, besteht für niemanden eine Ansteckungsgefahr.  Es gibt also keine Berufsverbote für Menschen mit HIV. Das gilt auch für die Pflege, die Kinderbetreuung und Erziehung oder die Gastronomie.

Einschränkungen gibt es nur für Chirurg_innen, bei denen noch HIV im Blut nachgewiesen werden kann. Sie sollten dann keine verletzungsträchtigen operativen Tätigkeiten durchführen. Dies entfällt jedoch bei erfolgreicher Therapie, da dann kein Virus mehr im Blut nachgewiesen werden kann. 

Komplikationen kann es bei Jobs geben, die mit Arbeitseinsätzen in Ländern verbunden sind, in denen Einreise- und Aufenthaltsbeschränkungen für Menschen mit HIV gelten (Informationen gibt es hier). Für Tätigkeiten in den (Sub-)Tropen muss man besonders körperlich belastbar sein (Stichwort: Tropentauglichkeit). Ob man trotz HIV-Infektion dafür geeignet  ist, hängt vom individuellen Gesundheitszustand ab.

Wichtig: Früher galt man mit einer HIV-Infektion als fluguntauglich. Dies gilt heute nicht mehr. Bei Pilot_innen ist für die Flugtauglichkeit der aktuelle Gesundheitszustand maßgeblich, nicht die HIV-Infektion.

Sind Menschen mit HIV überhaupt leistungsfähig?

Ja! Die Erfahrungen und eine Studie aus England zeigen, dass Menschen mit HIV im Schnitt genauso leistungsfähig sind wie ihre Kolleg_innen. Sie müssen zwar voraussichtlich ihr Leben lang Medikamente einnnehmen,  haben jedoch bei rechtzeitiger Diagnose und Behandlung eine annähernd normale Lebenserwartung bei guter Lebensqualität. 

Eine kleine Gruppe leidet unter mittleren bis schweren Nebenwirkungen der Behandlung. Dies kann sie zeitweise oder anhaltend in ihrer Leistungsfähigkeit einschränken. Die meisten Behandelten haben jedoch keine oder nur zu Beginn mit Nebenwirkungen zu tun, die aber nach ein paar Wochen vergehen. Sie können in der Regel uneingeschränkt ihrem Beruf nachgehen.

Gibt es Gefahren für Kolleg_innen oder Kund_innen?

Nein. HIV ist ein schwer zu übertragendes Virus und wird vor allem sexuell und beim gemeinsamen Gebrauch von Spritzen übertragen. Im Arbeitsalltag besteht kein Infektionsrisiko für Kolleg_innen oder Kund_innen, auch nicht in Bereichen wie der Pflege, der Kinderbetreuung oder der Gastronomie. Und auch im Erste-Hilfe-Fall reichen die üblichen Schutz- und Hygienevorschriften aus, um eine Übertragung zu verhindern.

Dürfen Arbeitgeber_innen nach einer HIV-Infektion fragen?

Die Frage nach dem HIV-Status darf nur gestellt werden, wenn er für die Tätigkeit relevant ist (siehe unten). Ansonsten muss die Frage zum Beispiel in einem Bewerbungsgespräch oder einem Personalfragebogen, nicht wahrheitsgemäß beantwortet werden.

Ausnahmen gibt es 

  • bei  Chirurg_innen mit verletzungsträchtigen Tätigkeiten,
  • bei Pilot_innen, da hier europäische Richtlinien einen HIV-Test erlauben (aber nicht alle Fluggesellschaften machen das) und
  • bei Tätigkeiten in Ländern mit Einreise- und Aufenthaltsbeschränkungen für Menschen mit HIV (Infos gibt es hier). 

Ist ein HIV Test für bestimmte Berufe vorgeschrieben?

Nein, ein HIV-Test gehört nicht zur Einstellungsuntersuchung und auch nicht zu arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen. Dies macht auch das Votum des Nationalen AIDS-Beirats von 2012 deutlich. Zwar wird oft behauptet, ein (negativer) HIV-Test sei für bestimmte Arbeitsbereiche notwendig, zum Beispiel in der Kranken-, Alten-, Kinder- und Jugendpflege oder auch bei Labortätigkeiten. Dies ist aber nicht richtig. Da HIV im Arbeitsalltag nicht übertragen werden kann, haben selbst „freiwillige“ HIV-Tests hier nichts zu suchen – im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses kann ein solcher Test auch nie freiwillig sein.

Muss die Belegschaft über die HIV-Infektion eines Mitarbeiters/ einer Mitarbeiterin informiert werden ?

Nein, das darf der Arbeitgeber auch gar nicht tun. Vielmehr hat er die Pflicht, den Datenschutz und die Privatsphäre aller Mitarbeiter_innen zu schützen. HIV-positive Kolleg_innen sind nicht verpflichtet, von ihrer Infektion zu erzählen. Da es im Arbeitsalltag keine Übertragungsgefahr gibt, wäre dies auch unnötig. Wenn sie es dennoch tun, kann dies als großer Vertrauensbeweis betrachtet werden.

Kann HIV-Infizierten wegen ihrer Infektion gekündigt werden?

Nein. Die HIV-Infektion ist kein Kündigungsgrund. Auch Druckkündigungen von Menschen mit HIV sind nicht rechtens, wie der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte 2013 in einem Urteil klargestellt hat (Aktenzeichen 552/10).

Wenn ein_e Mitarbeiter_in über längere Zeit schwer krank ist, kann allerdings – wie bei anderen Erkrankungen auch – unter bestimmten Voraussetzungen eine sogenannte krankheitsbedingte Kündigung ausgesprochen werden.

Sind Menschen mit HIV durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) geschützt?

Ja. Das Bundesarbeitsgericht hat Ende 2013 entschieden, dass auch eine symptomlose HIV-Infektion als Behinderung im Sinne des AGG gilt (6 AZR 190/12). Laut diesem Urteil ist die Kündigung von Arbeitnehmer_innen in der Probezeit wegen ihrer HIV-Infektion im Regelfall diskriminierend und damit unwirksam.


FAQ PrEP

 

Was bedeutet PrEP?

PrEP ist die Abkürzung für Prä-Expositions-Prophylaxe, übersetzt etwa „Vor-Risiko-Vorsorge“. Bei einer PrEP nehmen HIV-negative Menschen ein HIV-Medikament vorbeugend ein, um sich vor einer Ansteckung mit HIV zu schützen. In den meisten Studien wurde das Kombinationspräparat Truvada® verwendet.

Die PrEP wird manchmal verwechselt mit der PEP (Postexpositionsprophylaxe). Bei der PEP nimmt man kurz nach einem HIV-Risiko Medikamente ein, um eine Infektion noch zu verhindern.

Wie funktioniert die PrEP?

Die HIV-PrEP enthält zwei Wirkstoffe, die HIV an der Vermehrung in den Körperzellen hindern. Gelangt das Virus beim Sex ohne Kondom in die Zellen von Schleimhäuten, kann es sich dort nicht vermehren. Auf diese Weise kann eine HIV-Infektion verhindert werden, man bleibt HIV-negativ.

Wie sicher schützt die prEP?

Bei richtiger Anwendung schützt die PrEP so gut vor HIV wie Kondome und Schutz durch Therapie

In extrem seltenen Fällen sind die übertragenen Viren schon gegen das PrEP-Medikament resistent. Dann kann es trotz korrekter PrEP-Anwendung zu einer Ansteckung kommen. Weltweit sind bisher aber nur eine Handvoll solcher Fälle bekannt geworden.

Wie wird eine PrEP eingenommen?

Es gibt zwei Formen: Bei einer dauerhaften PrEP nimmt man täglich eine Tablette ein.  Bei einer anlassbezogenen PrEP nimmt man das Medikament nur einige Tage ein, zum Beispiel anlässlich einer Sexparty. Man beginnt mit zwei Tabletten am Tag bzw. spätestens zwei Stunden vor dem Sex, nimmt dann eine Tablette täglich und setzt die Einnahme nach dem letzten Sex noch zwei Tage fort. Die Wirksamkeit der anlassbezogenen PrEP ist nur bei Analverkehr erwiesen. Sie wird nicht bei Vaginalverkehr empfohlen. (Weitere Infos zum Einnahmeschema)

Ärztliche Begleituntersuchungen und regelmäßige HIV-Tests sind bei beiden Einnahmevarianten unbedingt erforderlich (weitere Infos).

Wozu regelmäßige HIV-Tests?

Wenn die PrEP nicht richtig durchgeführt wird, kann es zu einer HIV-Infektion kommen. Wird die Infektion dann nicht schnell festgestellt, kann HIV gegen das PrEP-Medikament resistent (unempfindlich) werden. Das Medikament kann dann zur Behandlung der HIV-Infektion nicht mehr eingesetzt werden. Wichtig ist daher, unmittelbar vor dem Start der PrEP, vier Wochen nach Beginn der PrEP sowie im weiteren Verlauf mindestens alle 3 Monate einen HIV-Test durchführen zu lassen.

Wie komme ich an die PrEP und wer zahlt dafür?

Ärzt_innen können das Medikament verschreiben, wenn sie zuvor das Schulungsmaterial dazu vom jeweiligen Hersteller bekommen haben, allerdings derzeit nur auf Privatrezept.

Im Juli 2018 hat Gesundheitsminister Jens Spahn angekündigt, dass die Krankenkassen die Kosten für die PrEP-Beratung, die medizinische PrEP-Begleitung und die PrEP-Medikamente übernehmen werden. Bis zur Umsetzung gilt:

Nutzer_innen müssen die Medikamentenkosten selbst tragen. 

Seit Oktober 2017 gibt es die Möglichkeit, die PrEP für rund 40 Euro pro 28 Tabletten in ausgewählten Apotheken in mehreren deutschen Städten zu bekommen (weitere Infos).

Weitere PrEP-Medikamente sind ab etwa 50 Euro für eine Monatspackung in jeder Apotheke in Deutschland zu bekommen.

Andere Wege, sich Truvada oder Generika für die PrEP zu besorgen (z. B. im Ausland oder auf dem Schwarzmarkt), können mit Risiken verbunden sein.

Ob die PrEP für einen selbst in Frage kommt, sollte man mit einem_r auf HIV spezialisierten Ärzt_in besprechen. Von Selbstversuchen raten wir dringend ab, denn ohne ärztlichen Rat und Begleituntersuchungen birgt die PrEP erhebliche Risiken.

 

Wo besteht kein HIV Risiko?

 

Kein HIV – Risiko besteht bei den folgenden Situationen:

In Speichel, Tränen und Urin sind nur sehr wenige HIV-Viren enthalten. Eine Übertragung über diese Körperflüssigkeiten ist deswegen ausgeschlossen. Außerdem ist das Virus außerhalb des Körpers nur sehr kurz überlebensfähig und kann durch Reinigungsmaßnahmen zuverlässig abgetötet werden. Keine Ansteckungsgefahr besteht bei:

  • Küssen, Händedruck, Umarmen
  • Anhusten oder Anniesen
  • Benutzen derselben Teller, Gläser und Bestecke
  • gemeinsame Benutzung von Toiletten, Handtüchern oder Bettwäsche
  • Besuch von Schwimmbädern oder Saunen
  • Zusammenarbeiten und -wohnen mit Menschen mit HIV/Aids
  • Betreuen und Pflegen von Menschen mit HIV/Aids
  • Erste-Hilfe-Leistung, sofern die die hygienischen Vorschriften eingehalten werden (Handschuhe, Beatmungsmaske)
  • medizinischen und kosmetischen Behandlungen (Zahnarzt, Fußpflege und so weiter), sofern die hygienischen Vorschriften eingehalten werden
  • Tätowieren und Piercen, sofern unter hygienischen Bedingungen gearbeitet wird
  • Insektenstichen