Zum Inhalt springen

Infolge drastischer Kürzungen und zunehmender Kriminalisierung von Schlüsselgruppen sind die Erfolge der globalen HIV-Prävention so bedroht wie nie zuvor. Am 22. und 23. Juni verhandeln die UN-Mitgliedsstaaten über eine neue HIV-Deklaration.

Die weltweiten Anstrengungen zur Eindämmung von HIV und Aids befänden sich in ihrer größten Krise, seit die Welt sich gegen die Epidemie zusammengeschlossen habe, warnt das UN-Programm UNAIDS in einem aktuellen Bericht

Die internationale Entwicklungshilfe ging 2025 laut UNAIDS um fast ein Viertel (23 %) zurück – der stärkste jemals erhobene Rückgang –, HIV-Programme wurden davon schwer getroffen. Bei dem Bericht mit dem Titel „United To End AIDS“ handelt es sich auch um eine erste umfassende Schadensbewertung des Finanzierungseinbruchs, wobei das volle Ausmaß der Auswirkungen erst in den nächsten Jahren sichtbar werden dürfte.

High-Level-Meeting der Vereinten Nationen zu HIV und Aids

Der Bericht erscheint wenige Tage vor dem hochrangigen Treffen der Vereinten Nationen zu HIV und Aids, das am 22. und 23. Juni 2026 in New York stattfinden wird. Auf dem High-Level-Meeting wollen die Mitgliedstaaten die Fortschritte bei der Erreichung der HIV-Ziele überprüfen, über die globale Strategie für die nächsten fünf Jahre beraten und eine neue politische Erklärung aushandeln.

UNAIDS zeichnet ein besorgniserregendes Bild: Massive Kürzungen internationaler Hilfsgelder, die zunehmende Einschränkung der Menschenrechte und Zivilgesellschaft sowie eine chronische Unterfinanzierung von Präventions- und Communityarbeit drohen, die Erfolge jahrzehntelanger Arbeit zunichtezumachen.

Communitygeführte Organisationen sind der Schlüssel – stehen aber vor dem Aus

Eine entscheidende Rolle in der HIV-Prävention und -Versorgung spielen laut UNAIDS communitygeführte Organisationen. Mittlerweile mussten viele dieser Einrichtungen ihre Arbeit einstellen, weiteren droht das Aus. Eine Untersuchung unter 79 Organisationen in 47 Ländern dokumentiert eine Halbierung der Unterstützungsangebote für Menschen mit HIV. Angebote für Sexarbeiter*innen gingen um 82 Prozent zurück, für Männer, die Sex mit Männern haben, um 85 Prozent.

Gleichzeitig beobachtet UNAIDS einen besorgniserregenden Rückschritt bei den Menschenrechten. Erstmals seit Beginn der Datenerhebung nimmt die Kriminalisierung marginalisierter Gruppen wieder zu. Aus Angst vor Verfolgung würden viele Menschen aus den Schlüsselgruppen auf Tests und medizinische Versorgung verzichten. Infektionen blieben unentdeckt, Menschen erhielten keine Behandlung und die Ausbreitung des Virus werde begünstigt.

Appell an die Staatengemeinschaft

Trotz der alarmierenden Entwicklung sieht UNAIDS auch Chancen. Der Anteil national finanzierter HIV-Ausgaben stieg von 28 Prozent im Jahr 2010 auf 52 Prozent im Jahr 2024. Mehr als 54 Staaten haben seit Anfang 2025 angekündigt, ihre Eigenmittel für die HIV-Prävention und -Versorgung zu erhöhen.

Den gesamtem Text findest Du auf der Seite der Deutschen Aidshilfe 

Pressemitteilung und Bericht von UNAIDS vom 12.Juni 2026

#aidshilfehamburg #aidshife #hamburg #hiv #hivpositive #uequalsu #unaids #endaids #community #lgbt #europe #usa #traump #berlin #health #healthcare #queer #family #friends #africa #prevention #funding