30 Jahre GAT – Gelebte Inklusion in der HIV-Prävention
Das Gebärden-Aids-Team (GAT) der Aidshilfe Hamburg feierte 2025 sein 30-jähriges Bestehen – gemeinsam mit ehemaligen und aktuellen ehrenamtlichen Kolleginnen sowie langjährigen Wegbegleiterinnen. Ein besonderer Moment, um innezuhalten, zurückzublicken und vor allem: Danke zu sagen.
Von der Idee zur Institution
1995 gegründet, war das GAT eine echte Pionierarbeit: Damals gab es in ganz Deutschland keine HIV-Prävention in Deutscher Gebärdensprache (DGS). Das Team, bestehend aus gehörlosen Ehrenamtlichen, entwickelte eigene Methoden, um Aufklärung barrierefrei, kultursensibel und empowernd zu gestalten – und damit gehörlose Menschen sichtbar zu machen.
Heute, 30 Jahre später, ist das GAT immer noch bundesweit einzigartig – das einzige dauerhaft aktive, gehörlosengeführte HIV-Präventionsteam in Deutschland.
Wandel und Wirkung
In einem Rückblick von 1995 bis 2025 wurde deutlich, wie sich das Team, die Themen und die Formate weiterentwickelt haben – von Theaterstücken über DGS-Videos bis hin zu Online-Workshops. Die Inhalte haben sich erweitert: Es geht längst nicht mehr nur um HIV, sondern auch um PrEP, sexuelle Vielfalt, Schutz vor Diskriminierung und Empowerment.
Dank an das Ehrenamt und den Aktivismus
Hinter diesen 30 Jahren stehen viele Menschen, die sich mit Zeit, Wissen, Energie und Haltung eingebracht haben. Ihr Engagement hat Leben verändert, Bildung ermöglicht und Sichtbarkeit geschaffen. Die Aidshilfe Hamburg sagt: DANKE
Danke für euren Einsatz, die Ideen und eure Ausdauer: Michael Scheffel und Axel Bühner, Jochen Aldag und Michael Stürmer sowie Enrico Randow und Philipp Wacker. Uwe Gerdes als langjähriger ehrenamtlicher Gebärdensprachdolmetscher, anschließend Nicole Ostrycharczyk und Daniel Grieger oder auch mal ein*e Vertreter*in. Ohne Euch wären die dreissig Jahre nicht möglich gewesen. Wir danken auch dem Gehörlosenverband Hamburg, der bei der Finanzierung der Dolmetscher*innen unterstützt.
Heute aktueller denn je
Barrierefreiheit in der Gesundheitsprävention ist auch 2025 keine Selbstverständlichkeit. Viele Informationen fehlen weiterhin in DGS, gehörlose Menschen stoßen oft auf Hürden im Gesundheitssystem. Deshalb bleibt das GAT nicht nur ein Vorzeigeprojekt – sondern ein unverzichtbarer Bestandteil inklusiver Gesundheitsarbeit.
Immer schwierig war und ist die Finanzierung der Gebärdensprachdolmetscher*innen für die regelmäßig stattfindenden Berater*innen-Treffen. Diese dienen der Fortbildung, dem Austausch und der Supervision der gehörlosen und hörenden Ehrenamtlichen. Bei vier Treffen werden diese vom Gehörlosenverband Hamburg finanziert , bei den restlichen Treffen ist die Finanzierung oft ungewiss. In der Vergangenheit konnten wir über den Selbsthilfefond der Krankenkassen oder über eine Pharmafirma die Kosten decken, eine (behördliche) Regelfinanzierung gab es bisher nicht.
Ein starkes Team – gestern, heute, morgen
Das GAT zeigt, wie viel möglich ist, wenn Menschen sich zusammenschließen, Verantwortung übernehmen und Veränderung gestalten. Wir feiern 30 Jahre bewegende Arbeit – und freuen uns auf viele weitere. Und wenn Du Interesse an einem Ehrenamt im GAT hast, dann melde Dich sehr gerne, unter Ehrenamt@aidshilfe-hamburg.de
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