Youthwork
Peer Education und Peer Counselling in der HIV/STI-Prävention mit schwer erreichbaren Jugendlichen
Beginnend mit dem Welt-AIDS-Tag 2010 schreibt die AIDS-Hilfe Hamburg unter Jugendlichen die Ausbildung zum Präventionsbotschafter aus. Hierfür werden die bereits aus der Schoolworkarbeit bestehenden Kontakte zu Jugendzentren, Wohngruppen und überbetrieblichen Ausbildungsstätten genutzt. In zwei jeweils sechsmonatigen modularen Ausbildungszyklen werden jeweils 15 Jugendliche im Alter ab 15 Jahren ausgebildet und als „Präventionsbotschafter" zertifiziert. In der Durchführung der einzelnen Module wird die AIDS-Hilfe Hamburg von Kolleg/innen aus kooperierenden Einrichtungen unterstützt.
Die ausgebildeten Youthworker werden mit selbst initiierten Maßnahmen und Veranstaltungen im außerschulischen Bereich tätig. Fokus ihrer Tätigkeit liegt im Zugehen auf Jugendliche, die aus sozioökonomischen und/oder soziokulturellen Gründen mit den bisherigen Präventionsmaßnahmen nicht oder nicht hinreichend erreicht werden konnten. Die Einsätze werden mit der Projektkoordinatorin abgestimmt, die sie auch dokumentiert und die Präventionsbotschafter kontinuierlich in ihrer Tätigkeit begleitet.
Im Zugehen auf ihre Zielgruppe bedienen sich die Youthworker neben ihren persönlichen Zugangs-wegen auch der Strukturen staatlicher und nichtstaatlicher Träger und Einrichtungen der außerschulischen Jugendarbeit, innerhalb derer sie ihre jugendliche Zeitgruppe ansprechen (z.B. Jugendzentren, Sportvereine, politische, religiöse und kulturelle Vereine, Verbände und Gruppierungen). Bis zum Ende des Projekts im Mai 2013 werden die Präventionsbotschafter dann mit 750 bis 900 Jugendlichen gearbeitet haben.
Das spezifische Lebensweltwissen der Teilnehmer hat im Youthwork-Programm einen besonders hohen Stellenwert. Die AIDS-Hilfe Hamburg nutzt diese Kompetenzen und Felderfahrungen, die bereits ihren Platz in den Ausbildungsmodulen der Youthworker finden, in der Entwicklung der Materialien und Methoden für die Präventionsarbeit. Die Youthworker werden von Beginn an selbst in die Verantwortung für ihre Themen und die Gestaltung der Präventionsinformationen genommen. Ihr besonderes Augenmerk wird im Sinne des Integrationsauftrages immer wieder auf ihre aus sozialen und ethnischen Gründen benachteiligte jugendliche Zielgruppe fokussiert.
Die Ausbildungs- und Praxisschritte, Materialien, Methoden und Präventionseinsätze werden erfasst, dokumentiert und ausgewertet und in einer Projektdokumentation zusammengefasst. Nach Abschluss der Förderung durch die Aktion Mensch dient diese als Handlungsleitfaden für die Präventionsarbeit mit schwer erreichbaren Jugendlichen und gibt Best Practice Beispiele.
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