Gewalt gegen Schwule - wir sind für Dich da!

Beratungsangebot Hamburgs schwuler Projekte

Schwule und bisexuelle Männer, die Opfer von Gewalttaten, Beleidigungen oder Bedrohungen wurden, finden Rat und Unterstützung bei Hamburgs schwulen Beratungs- und Präventionsprojekten. Das sind neben der AIDS-Hilfe Hamburg der Infoladen Hein & Fiete, das Magnus-Hirschfeld-Centrum und die Schwulenberatung SCHWUB.

Neben der individuellen Hilfeleistung und der Vermittlung weiterführender Angebote gehört die systematische Erfassung und Dokumentation homophober Gewalttaten zum konzeptionellen Kern des Projekts. Aus diesen Erfahrungen werden die Projekte Handlungsempfehlungen an die Politik formulieren. Im Gegensatz zu anderen Metropolen existiert in Hamburg bisher kein spezifisches Beratungsangebot, das Männern mit Gewalterfahrungen zur Seite steht; statistisch belastbare Zahlen werden in Hamburg bisher nicht erhoben.

Empirische Berichte und einzelne Anzeigen können augenblicklich nur mit den Ergebnissen überregionaler Studien korreliert werden. So berichtet das Berliner Antigewaltprojekt MANEO aus seiner aktuell veröffentlichten Umfrage, dass mehr als ein Drittel der rund 24.000 Befragten in den letzten zwölf Monaten antischwule Gewalterfahrungen machen mußte - bei den unter Achtzehnjährigen sogar zwei Drittel. 90% dieser Taten wurden nicht bei der Polizei angezeigt.

Wichtige Partner in der Arbeit des Hamburger Antigewaltprojektes sind einerseits der Ansprechpartner für Schwule und Lesben bei der hiesigen Polizei, Eckhard Carrie, andererseits die Betreiber schwuler Lokale und Einrichtungen. Häufig sind diese, insbesondere während der Abend- und Nachtstunden, erste Ansprechpartner für die Opfer homophober Gewalt. Ratsuchende erkennen die beteiligten Institutionen an aushängenden Plakaten mit dem Titel "Gewalt gegen Schwule - Wir sind für Dich da!".

Für Beratungs- und Hilfeanfragen wenden Sie sich direkt an eine der vier beteiligten Beratungsstellen, in der AIDS-Hilfe Hamburg an Klaus Dehn (Tel. 040 235199-21, e-Mail ).

Wer darüber hinaus antischwule Gewalttaten dokumentieren möchte, ohne eine Beratung in Anspruch zu nehmen, kann den Dokumentationsbogen auch online ausfüllen.