schwul & positiv

HIV-infiziert zu sein bedeutet in der Realität wesentlich mehr als allein die medizinische Tatsache einer Virusinfektion. HIV hat fast immer einen ganzen Komplex weiterer Themen im Gepäck, zwangsläufig und nahezu unvermeidbar.

Da ist die Angst, Eltern, Nachbarn, Freunde oder Kollegen könnten davon erfahren. Da ist der attraktive Mann, der plötzlich doch kein Interesse mehr hat, nachdem er von HIV erfahren hat. Es gibt den Zahnarzt, der die Behandlung verweigert, die Klinik, die einen HIV-positiven Patienten wie einen Aussätzigen behandelt. Den Arbeitgeber, der Riesenprobleme macht, sobald er von der HIV-Infektion des Mitarbeiters erfährt. Oder die Lebensversicherung, vielleicht erforderlich, jedoch mit HIV weiter Ferne ...

Alle diese Probleme, alle Befürchtungen und Ängste vor Reaktionen der Umwelt, reale wie gefürchtete Stigmatisierung und Diskriminierungen - sie existieren einfach aufgrund von HIV, oft auch unabhängig vom Gesundheitszustand und weitgehend unabhängig davon, wie gut behandelbar HIV mittlerweile ist. HIV ist eben mehr als diese drei Buchstaben, keine Diagnose wie andere.

Die Konsequenzen aus diesen drei Buchstaben verbinden die Menschen, die mit HIV leben. Sie befürchten sie und müssen sich im Alltag damit auseinander setzen - ob sie wollen oder nicht.

Um besser mit diesen Konsequenzen umzugehen und die eigenen Situation zu verbessern, gibt es in der AIDS-Hilfe Hamburg die Selbsthilfegruppe schwuler HIV-positiver Männer. Sie treffen sich 14-tägig, um aus vielen einzelnen Ichs ein schlagkräftiges und engagiertes Wir zu machen, zusammen zu arbeiten und gemeinsam zu handeln.