23.11.2017

Welt-AIDS-Tag 2017: AIDS beenden

News

(Hamburg, 23. November 2017) Die gute Nachricht zum Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember 2017 lautet: Prävention funktioniert! Dies belegen die aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts: Innerhalb der in der hierzulande verletzlichsten Gruppe, Männer, die Sex mit Männern haben, ist es erstmals gelungen, die Zahl der HIV-Neuinfektionen gegenüber dem Vorjahr zu senken. Dies bestätigt die Wirksamkeit des breiten Maßnahmenpakets an zugehenden und zielgruppengerechten Informationen, an vielfältigen, niedrigschwelligen und anonymen Testangeboten und vor allem an gut verfügbaren Safer Sex Tools, von Kondomen bis zur PrEP.

Jedoch, und hier steckt die Herausforderung für die nächsten Jahre, ist die Zahl der Neudiagnosen bei heterosexuellen Personen angestiegen. Größte Gruppe sind hier Migrantinnen und Migranten aus Hochprävalenzländern. Um dies zu ändern spricht alles dafür, das oben beschriebene, erfolgreiche Maßnahmenpaket für diese Zielgruppe anzupassen und konsequent flächendeckend zur Verfügung zu stellen. Die zielgruppenspezifischen Angebote der AIDS-Hilfe Hamburg mit Multiplikator*innen in den Communitys sowie für Jugendliche unterschiedlichster Herkunft geben hierfür Beispiele, die verstärkt werden müssen.

Den eigenen Status zu kennen, ist ein wichtiger Baustein im Kampf gegen AIDS. Realität ist aber weiterhin, dass ca. 12.700 Menschen mit einer nicht erkannten HIV-Infektion leben. Dies verhindert die frühzeitige Einleitung einer optimalen Diagnostik und Behandlung. Früh erkannt, ist es in medizinischer Hinsicht möglich, mit HIV weitgehend unbeeinträchtigt von der Immunschwäche zu leben sowie die Verbreitung des Virus und den Ausbruch einer Aidserkrankung zu verhindern.

Was trotz aller Fortschritte in Prävention und Therapie bleibt, ist die Erfahrung von Diskriminierung und Ausgrenzung als Mensch mit HIV. Stigmatisierung gehört zu den zentralen Erfahrungen im Leben mit HIV. Im Berufsalltag, im Freundeskreis, selbst im Gesundheitswesen ist es bis heute nicht möglich, offen und ohne Restriktion über den HIV-Status zu sprechen. Dies gilt für unsere gesamte Gesellschaft und umso mehr für kleine und überschaubare Subkulturen. Solange eine komplette und diskriminierungsfreie Inklusion von HIV-positiven Menschen nicht gewährleistet ist, wird dies die konsequente Inanspruchnahme von Prävention und Behandlung sabotieren. Eine wesentliche Aufgabe auf dem Weg AIDS zu beenden heißt somit: Null Diskriminierung!

88.400 Menschen leben nach Schätzung des RKI in Deutschland mit HIV. Im vergangenen Jahr wurden 3.100 Neuinfektionen registriert – das sind weniger als im Vorjahr. Fast 86% der Menschen, bei denen HIV diagnostiziert wurde, erhalten eine HIV-Therapie. Die meisten können demzufolge HIV nicht mehr weitergeben. Jedoch wissen mindestens 12.700 Menschen nichts von ihrer HIV-Infektion und werden folglich nicht behandelt.

Bärenstark für die AIDS-Hilfe

Rund um den Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember sind über 30 ehrenamtliche Mitarbeiter*innen der AIDS-Hilfe Hamburg mit zahlreichen Aktionsständen in der ganzen Stadt präsent. Wichtigster Helfer ist in jedem Jahr, bärenstark für die AIDS-Hilfe, der Solidaritätsteddy, der ab sofort im Aidshilfehaus auf der Langen Reihe, an allen Aktionsständen, in vielen Geschäften sowie über die Homepage der AIDS-Hilfe Hamburg erhältlich ist.

Hamburg leuchtet zum Welt-AIDS-Tag

Ein ganz besonderes Signal der Solidarität mit den HIV-infizierten Menschen in unserer Stadt setzt die AIDS-Hilfe Hamburg gemeinsam mit den Kollegen der LAG AIDS: Vom Abend des 30. November an wird das Hamburger Rathaus zum Welt-AIDS-Tag 2017 im Zeichen der Roten Schleife erleuchten. Die Botschaft, die hiervon ausgeht, lautet: „Null Diskriminierung in unserer Stadt. Denn wir werden AIDS beenden!“