05.08.2017

SMS to heaven - 17. Gedenkaktion beim CSD

News

(Hamburg, 5. August 2017) Wenn die vielen tausend Teilnehmer der Christoph-Street-Day Demonstrationsparade in diesem Jahr den Jungfernstieg erreichen, wird auch die Stimmung auf dem dortigen CSD-Straßenfest wieder einen großen Höhepunkt erleben. Musikbeats dröhnen aus Lautsprechern, Gesang von Live-Bands und viele tausend Stimmen fröhlicher Menschen, gepaart mit dem Duft von Bratwürsten und gebackenen Waffeln ergeben eine ganz besondere, sehr geballte Stimmung. Ausgelassen wird getanzt, gelacht, geküsst, gegessen, getrunken und fröhlich gefeiert.ugust 2017)

Punkt 18 Uhr jedoch fällt die Feiergemeinde für 5 Minuten in große Stille. Dann erklingt aus allen Lautsprechern nurmehr der Song "Somewhere over the rainbow" und Jörg Korell, Geschäftsführer der Hamburger AIDS-Hilfe, erinnert in einer Ansprache in diesem Jahr zum 17. Mal von der Hauptbühne an die 2.200 Hamburgerinnen und Hamburger (Quelle Kobert-Koch-Institut, Stand Ende 2015), die auf Grund der Folgen ihrer HIV-Infektion verstorben sind und darum an diesem Tag nicht mit uns demonstrieren und feiern können.

Gleichzeitig steigen 2.200 schwarze Luftballons über der Binnenalster in den Himmel, die symbolisch für die die Gedanken und Gefühle stehen, die wir den zu früh Verstorbenen hinter her senden. Diese Aktion ist aber auch ein kraftvolles Zeichen der Solidarität mit den Menschen, die mit HIV/AIDS leben und die auch heute noch Diskriminierung und Ausgrenzung erfahren - selbst in der eigenen Community … "HIV-Positive will man dann doch nicht heiraten".

Darüber hinaus ruft die Aktion zu Achtsamkeit mit sich und anderen auf, denn trotz gut wirksamer Medikamente ist die HIV-Infektion noch nicht heilbar und zu den ca. 5.800 Menschen, die in Hamburg mit HIV/AIDS leben, kommen jährlich neue HIV-Neuinfektionen hinzu.

Für viele der CSD-Besucher ist diese Gedenkminute ein wichtiger Moment, weil er auch trotz Feiern Raum für Abschied und Erinnerungen schafft.

Diese bundesweite CSD-Aktionsform fand 2001 erstmalig in Hamburg statt. Initiiert wurde sie 1993 in Frankfurt durch Rainer Gütlich, der die Idee der Schweigeminuten mit gleichzeitig aufsteigenden schwarzen Luftballons entwickelte, um derer zu gedenken, denen das HI-Virus das Leben zu früh genommen hat.

In diesem Jahr wird die Gedenk-Aktion von Hamburg Pride gefördert und um die Aktion "SMS to heaven" erweitert. Bis zum 30. Juni können Botschaften, die in den Himmel gesendet werden sollen, an das Ballon-Team der AIDS-Hilfe Hamburg gesendet werden, das Andreas Linzner leitet. Die Botschaften werden auf schlichte Postkarten übertragen und, angehängt an die Ballons, am 5. August 2017 um 18 Uhr in den Himmel über Hamburg aufsteigen. SMS Botschaften bitte senden an ballonaktionaidshilfe-hamburg.de

In diesem Jahr kannst Du auch live auf dem Ballon-Gedenk-Boot dabei sein, wenn 2.200 Ballons von der Binnenalster in den Himmel steigen. Wie geht das? Gegen eine Spende von 30 Euro bist Du exklusiv im Boot dabei und unterstützt damit unsere Aktion und Arbeit der AIDS-Hilfe Hamburg. Die vorhandenen zehn Plätze werden nach Eingang der Anmeldungen vergeben. Bitte melde Dich unter ballonaktionaidshilfe-hamburg.de

Die Realisierung der Gedenkaktion braucht tatkräftige Unterstützung beim Befüllen der Ballons mit Gas, dazu stellen wir in diesem Jahr eine neue Aktionsgruppe zusammen  - dafür suchen wir Dich! Unterstütze uns mit Deiner Hilfe bei der Aktion. Du bist ein Teamplayer, du hast Freude und großes Interesse an der Ballon-Aktion mitzuwirken, dann schreibe uns: ballonaktionaidshilfe-hamburg.de.  Andreas Linzner freut sich schon sehr auf Deine Unterstützung.