Armut als Hindernis der HIV-Prävention
Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der AIDS-Hilfe Hamburg lädt die SPD-Bürgerschaftsfraktion am Donnerstag, den 28. Januar 2010, um 19.00 Uhr in der Reihe "Fraktion im Dialog" ins Hamburger Rathaus, Raum B.
Die Fähigkeit, sich selbst vor Gesundheitsrisiken zu schützen, ist, je nach sozialer und gesellschaftlicher Schichtzugehörigkeit, unterschiedlich stark ausgeprägt. So erschweren materielle Unsicherheit, soziale Isolierung und psychosoziale Belastungen die individuellen Anstrengungen, HIV-Infektionen zu vermeiden bzw. mit einer HIV-Infektion möglichst gesund zu leben.Ein Übermaß an sozialem Stress behindert eine Umsetzung des „präventiven Wissens" in „präventives Handeln". Einer der Gründe dafür ist, dass die Kommunikation über präventives Verhalten in den unteren Schichten geringer ausgeprägt ist als in den oberen gesellschaftlichen Schichten. Zu diesem Ergebnis gelangt Dr. Bochow in seiner Studie „HIV-Infektionen und soziale Ungleichheit bei schwulen Männern".
Bereits sehr frühzeitig entwickelte die AIDS-Hilfe das Konzept der Verhaltens- und Verhältnisprävention. Kern dieses Konzepts ist die Feststellung, dass die Ausstattung Einzelner mit Präventionskompetenzen nur dann nachhaltige Wirkung zeigen kann, wenn die Präventionsarbeit gleichzeitig Einfluss auf die gesellschaftlichen Bedingungen nimmt, in denen das Individuum seine Präventionsbemühungen umsetzt.
Welche Auswirkungen haben aber diese Ergebnisse in der aktuellen HIV-Prävention? Muss es unterschiedliche Präventionsstrategien für unterschiedliche Schichten geben? Wird Präventionsarbeit in Zeiten wirtschaftlichen Abstiegs versagen? Kann Präventionsarbeit mit diskriminierten Minderheiten jemals erfolgreich sein?
Es diskutieren Dr. Michael Bochow (Wissenschaftszentrum Berlin), Prof. Harald Ansen (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg), Jörg Korell (AIDS-Hilfe Hamburg e.V.).
Download Einladung als PDF hier
Anmeldung: info@spd-fraktion-hamburg.de, Fax. 040-428 31 24 35
Information: SPD-Fraktion, Tel. 040-428 31 13 25

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