10.02.2014

„Ich weiß, was ich tu“ - AIDS-Hilfe weitet Testangebot aus

News

(Hamburg, 10. Februar 2014) Ab März 2014 mit doppelter Kapazität: Die AIDS-Hilfe Hamburg weitet ihre Präventionsberatung aus. Künftig montags von 16 bis 18 Uhr und dienstags von 17 bis 19 Uhr steht dieses Angebot Personen mit einem besonderen HIV-Risiko offen.

Bereits seit 2008 klären Beraterinnen und Berater der AIDS-Hilfe im Rahmen der Präventionsberatung mit den Ratsuchenden mögliche Ansteckungen mit HIV und/oder anderen sexuell übertragbaren Infektionen, diskutieren und bewerten reale und vermeintliche Risiken. Neben der zentralen Frage der Risikominimierung werden diagnostische Maßnahmen in Form passender Testangebote besprochen. Zur Abklärung einer HIV-Infektion kann, falls dies sinnvoll erscheint, direkt ein HIV-Antikör­pertest in Form eines Schnelltests durchgeführt werden. Das Ergebnis dieses Tests liegt, anders als bei herkömmlichen Verfahren, in der Regel bereits innerhalb einer halben Stunde vor und wird unmittelbar mit dem Ratsuchenden besprochen – deshalb „Schnelltest“. Im Falle eines unklaren Testresultats wird sofort ein Bestätigungstest vorgenommen, dessen Auswertung längere Zeit in Anspruch nimmt. Die AIDS-Hilfe weist jedoch darauf hin, dass auch mit dem Schnelltest die Bildung von Antikörpern nachgewiesen wird, so dass eine verlässliche Aussage erst 12 Wochen nach einem Infektionsrisiko getroffen werden kann. Für Ratsuchende entstehen Materialkosten in Höhe von 15,-. Die Beratung ist kostenlos.

Regelmäßig berichtet das Robert-Koch-Institut über ansteigende HIV-Neuinfektions­zahlen, überproportional in der Gruppe der Männer, die Sex mit Männern haben. Hamburg nimmt dabei als Metropole im bundesdeutschen Vergleich einen vorrangigen Platz ein. Mit einer Verstärkung der individuellen Prävention beantwortet die AIDS-Hilfe Hamburg diese Herausforderung. Sexuell aktive Menschen nehmen durchaus eine Risikobewertung vor – nicht immer jedoch auf Grundlage realistischer Fakten. Insbesondere der Vormarsch anderer Geschlechtskrankheiten, z.B. der Syphilis bei schwulen Männern, begünstigen eine HIV-Übertragung.

Um die nötige Klarheit ins persönliche Risikomanagement zu bringen, insbesondere aber, um im Falle einer HIV-Infektion Schlimmeres zu verhindern und eine wirksame Behandlung einzuleiten, verbindet die AIDS-Hilfe Hamburg ihre Präventionsberatung mit der Möglichkeit eines HIV-Schnell­tests direkt vor Ort in der Beratungsstelle in St. Georg, Lange Reihe 30. Denn bis zu 40 % der aidsbedingten Todesfälle, so Schätzungen, wären vermeidbar, wenn die HIV-Infektion rechtzeitig erkannt und behandelt würden. Die AIDS-Hilfe Hamburg wird jährlich mehr als 15.000 Mal frequentiert; der überwiegende Teil dieser Kontakte entfällt auf individuelle Beratungs- und Informationsgespräche.