FrauenLeben positiv
Im Jubiläumsjahr lud die AIDS-Hilfe Hamburg am 10. Juni 2009 HIV-positive Frauen, Mitarbeiter/innen aus Beratungsstellen sowie Ärztinnen und Ärzte zum Fachtag "FrauenLeben positiv". Was ist in 25 Jahren AIDS-Hilfe zum Thema Frauen und AIDS passiert? Das Wissen über den Verlauf und die Behandlung hat deutlich zugenommen, dennoch gibt es wenig Daten speziell zu Frauen mit HIV und AIDS. Welche Auswirkungen hat dies auf die Lebenszeit und -perspektive positiver Frauen ? Was bedeutet es, positiv und Migrantin zu sein? Wie können Mädchen ans Thema herangeführt werden?
Den Fachtag unter der Schirmherrschaft von Staatsrätin Dr. Angelika Kempfert, Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz, eröffnete Irene Stratenwerth, Redakteurin der Frauenzeitschrift BRIGITTE mit ihrem Grußwort. Als Journalistin fällt ihr seit Jahren häufig auf, dass HIV-positive Frauen immer wieder als Täterinnen wahrgenommen und behandelt werden.
Marianne Rademacher, Deutschen AIDS-Hilfe, nahm die Teilnehmer mit auf eine Zeitreise durch die Geschichte der Frauenarbeit des Bundesverbandes. Anhand der über diesen Zeitraum erschienenen Broschüren, Plakate und Postkarten stellte sie sehr anschaulich die unterschiedlichen zurückliegenden, aber auch die immer noch aktuellen Themen der letzten 25 Jahre dar.
Sandra Hertling, Internistin des UKE-Hamburg befasste sich mit dem, inzwischen fast zum Modethema gewordenen "Älterwerden mit HIV". Bisher gibt es wenig frauenspezifisches Datenmaterial und Forschungsergebnisse (die Arbeitsgruppe Ärztinnen und AIDS (3A) engagiert sich auf diesem Gebiet). Sie umriss die wichtigsten Ergebnisse der medizinischen Forschung und gab Empfehlungen zu gesundheitsförderndem Verhalten, insbesondere dem Nichtrauchen.
Über die besondere Situation und die vielfältigen Probleme als positive Migrantin - Stigmatisierung, rechtlicher Status und wirtschaftliche Lage und die Herausforderung an die psychosoziale Begleitung - berichtete Ute Senftleben vom Projekt Kinder und AIDS.
Leider musste Silke Moritz, Pro Familia Hamburg, krankheitsbedingt absagen. Dafür ist dann ganz spontan Doreen Friebe, in der AIDS-Hilfe Hamburg zuständig für Prävention mit Jugendlichen, eingesprungen. Sie berichtete sehr lebendig aus ihrer Arbeit mit Mädchen im Rahmen des Schoolworker-Projekts.
Die einzelnen Referate dieses interessanten und anregenden Fachtages finden sich hier, das Fotoalbum hier.
Kontakt: Annette Biskamp
