Selbsthilfe - Bürgerbewegung - Beratungszentrum
Die AIDS-Hilfe Hamburg e.V. wird 25 Jahre alt Gegründet 1984 als einer der ersten Einrichtungen in Deutschland begeht die AIDS-Hilfe Hamburg in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum. Es begann als Selbstorganisation schwuler und HIV-positiver Männer unter dem Schock der Aidskrise, die damals noch nicht einmal einen Namen hatte.
Basisaufgaben der ersten Stunde waren Informationsbeschaffung sowie Beratung und Unterstützung der Betroffenen. Und, daran erinnerte Christian Giebel (Vorstand der AIDS-Hilfe Hamburg e.V.) im Rahmen des Jubiläumsempfanges am heutigen Freitag im Novotel Hamburg Alster, der Widerstand gegen ein gesellschaftliches Roll-back unter dem Deckmantel der sogenannten Volksgesundheit.
Bürgerbewegung und Ort der Selbsthilfe ist die AIDS-Hilfe geblieben. Hinzu gekommen ist ein professionelles Beratungszentrum, heute mit Sitz auf der Langen Reihe. Von dort aus in-formieren, beraten und unterstützen 90 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und 14 Angestellte, die sich 8 Personalstellen teilen, rund um HIV und AIDS - fast 16.000 mal pro Jahr. „Es gilt, die Lebensqualität von Erkrankten, deren Partnern, Freunden und Angehö-rigen aufrechtzuerhalten. In diesem Sinne ist die AIDS-Hilfe Hamburg nicht nur ein Hilfsver-ein, sondern auch ein besonders wertvoller Ort der Begegnung", lobte Hamburgs Erster Bür-germeister Ole von Beust in seinem Grußwort.
Längst stellt sich die AIDS-Hilfe neben den Basisaufgaben neuen Herausforderungen. So gibt es eigene Teams für die Jugendpräventionsarbeit und zugehende Angebote für Einwanderer, die in Hamburg leben. Die Unterstützung von Menschen mit HIV/AIDS im Arbeitsleben hat an Bedeutung gewonnen. Mit einer speziellen Präventionsberatung, Vortragsveranstaltungen und Workshops folgt die Einrichtung ihrer Philosophie, dass sich jeder erfolgreich um seine eigene Gesundheit kümmern kann, wenn er (und sie) die nötige Unterstützung erfährt. So sind neue Medien, Beratung per e-Mail und im Internet, fester Bestandteil des Präventionspro-gramms.
Realisiert werden können diese neuen Angebote nur mit Hilfe von Spendern, Sponsoren und institutionellen Partnern, etwa Kranken- und Rentenversicherungsträgern oder der EU. War vor einigen Jahren die Stadt Hamburg noch zu 95 % Auftraggeber der Präventions- und Hilfs-angebote, werden inzwischen fast 40 % der Projekte von diesen neuen Partnern getragen. Um dieses „Bündnis für Prävention" nachhaltig zu sichern, gründete die AIDS-Hilfe Hamburg im vergangenen Jahr den Förderverein EHRENSACHE (www.ehrensache-hamburg.de). Dessen Mitglieder unterstützen mit ihren Förderbeiträgen regelmäßig die Präventionsprogramme für Jugendliche und für Einwanderer.
Ein wesentliches Merkmal der Aidshilfearbeit ist der Einsatz fürs lokale Gemeinwesen. Selbst gegründet in den Räumen des Magnus-Hirschfeld-Centrums, ist die AIDS-Hilfe Hamburg über 25 Jahre kollegial verbunden mit den übrigen Hamburger Hilfseinrichtungen. So war sie häufig Initiator neuer Projekte und Einrichtungen, die inzwischen als fester Partner zum System gehören:
1986 Eröffnung des Struensee-Centrums (Beratungszentrum), 1987 Mitgründung des Dro-genhilfevereins Palette e.V., 1990 Mitgründung von Prävention e.V./Hein & Fiete, 1994 Initi-ierung des Wohnprojekts Matthias-Stift, 1994 Gründung der Hamburg Leuchtfeuer gGmbH, 1999 Eröffnung der AIDS-Hilfe Zukunftswerkstatt, 2003 Umzug ins Aidshilfehaus auf der Langen Reihe und Eröffnung der Freiwilligenagentur, 2003 Gründung des Jugendpräventi-onsprojekts Schoolworker, 2005 Gründung des Präventionsprojekts für MigrantInnen, 2007 Mitinitiierung des schwulen Antigewaltprojekts, 2008 Mitgründung des Hamburger Vermitt-lungspools (Berufliche Rehabilitation), 2008 Gründung des Fördervereins EHRENSACHE, 2008 Installation der Präventionsberatung mit der Möglichkeit zum HIV-Test im sogenannten Schnelltestverfahren.
Eine Übersicht aller Veranstaltungen im Jubiläumsjahr, darunter zahlreiche Vorträge und Konferenzen, finden sich jeweils aktuell auf unserer Homepage.
