Fremd in Deutschland: positiv leben?!

Im Sinne einer verbesserten Integration benachteiligter Personengruppen richtet sich die Veranstaltung am Mittwoch, 30. März 2011 zugleich an Fachkräfte aus Sozialarbeit und Pflege, Angehörige von Migrantencommunitys, Betroffene und ihre Freunde.

Jede zehnte HIV-Neuinfektion wird bei Menschen mit Migrationsbiographien diagnostiziert, überwiegend bei Menschen aus Hochprävalenzländern. Trotzdem suchen viele MigrantInnen Hilfsangebote erst in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium auf. Dies hat vielerlei Ursachen: Unwissenheit, Sprachprobleme, Angst vor Abschiebung, Erfahrung von Vorbehalten, Ablehnung oder Missbrauch.

Gefordert sind MigrantInnen und helfende Institutionen gleichermaßen. So sind Betroffene, konfrontiert mit einem Leben mit HIV in der Fremde und nicht selten ohne Krankenversicherungsschutz, gefordert, Hilfsangebote ausfindig zu machen und vorsichtig zu überprüfen, welche Haltung ihre Herkunftscommunity zum Thema HIV/AIDS einnimmt. Mitarbeiter im Hilfesystem bemühen sich um einen frühzeitigen und vertrauensvollen Zugang zu Ratsuchenden. Das Unterstützungsangebot soll ihnen Handlungskompetenzen vermitteln und sie stärken, ohne Angst zu machen oder Frustrationen vorzuprogrammieren. Am Beispiel afrikanischer Einwander/innen, die in Deutschland mit HIV leben, informiert Omer Idrissa Ouedraogo (MA Soziale Arbeit) anlässlich der Internationalen Wochen gegen Rassismus im Rahmen der Reihe „Gesundheit ist mehr ...!" über Lebenssituation, Bedarfe und Alltagsbewältigung.

Die AIDS-Hilfe Hamburg koordiniert seit 2003 mit einem eigenen Arbeitsbereich Hilfsangebote für MigrantInnen mit HIV/AIDS. Omer Ouedraogo ist seit Juli 2008 zuständig für die zugehende Präventionsarbeit, insbesondere bei afrikanischen Flüchtlingen. Er baute das Team der ehrenamtlichen Gesundheitsbotschafter auf, das er in seinen Aktivitäten fachlich begleitet.