Juli 2010, Ideenschmiede: Julia (hospitiert im Schoolworkerteam), Wiebke (Praktikantin) und Christian (ehrenamtlicher Mitarbeiter) skizzieren und strukturieren einen Flyerentwurf für die Freiwilligenagentur der AIDS-Hilfe Hamburg. Alle drei bringen unterschiedliche Erfahrungen und Kenntnisse ein. Ihr Produkt wird dadurch verschiedenste Zielgruppen über das Ehrenamt in der AIDS-Hilfe und die möglichen Einsatzfelder informieren. Das fertige Produkt wird schon bald bei in unserer Öffentlichkeitsarbeit zu sehen sein.

Ein Nest in Hamburg ...
... oder warum wir das Leben lieben !

Mitten in Hamburg gibt es ein Nest mit allem, was dazu gehört. Attribute wie Geborgenheit, Verständnis, Familiensinn oder Wärme - die allseits bekannte Nestwärme - beschreiben dieses Nest.

Nicht weit vom Hauptbahnhof, in der Langen Reihe steht ein altes Fachwerkhaus. Ein seltener Anblick in der Stadt der Klinkerbauten. Es fällt direkt auf, wenn man die Straße entlang geht, aber nicht alle wissen, was sich drinnen abspielt. Ein Klamottenladen für Männer fällt auf und nebendran zwei Schaufenster mit Kondomen, Teddybären, Regenbogenfarben und Postern. Die AIDS-Hilfe also. Aha, davon hat man schon gehört. Im Fernsehen, der Liveball, Elton John oder die rote Schleife, alles Dinge, die einem zur AIDS-Hilfe einfallen. Man hat so viel über AIDS und HIV gehört, schlimme Dinge, beängstigende Dinge, Warnungen und erhobene Zeigefinger.

Im Rahmen eines Praktikums habe ich den ersten echten Kontakt mit der AIDS-Hilfe Hamburg; ein Jahr davor war ich auf einem Infoabend für Menschen die sich ehrenamtlich engagieren möchten, daher kannte ich ein paar Eckdaten. Ich war dennoch gespannt und freute mich auf das Praktikum, es war eine kurzfristige Sache aber die Spannung war groß.

Um 10 Uhr sollte ich also dort sein, der Geschäftsführer sei mein Ansprechpartner. Wie immer war ich zu früh dran. Als jemand reinging hängte ich mich dran und fragte nach Jörg Korell. Es kam Christian Tausch, der junge Mann, der auch schon den Infoabend machte. Schon beim Infoabend fiel mir auf, wie freundlich er war. Und herzlich.

Die wunderschöne Terrasse war also der Rahmen des ersten Kennenlernens. Nach kurzem Warten kam Jörg und begrüßte mich genauso herzlich mit freundlichem Lächeln. Das Praktikum konnte beginnen und es waren die Attribute des Nestes, die besonders hervorstachen. Die Arbeit der AIDS-Hilfe ist vielfältiger, als ich es mir vorstellte, anspruchsvoller, interessanter und wichtiger. Um den Unwissenden einen kleinen Einblick zu geben: Informationen zum Thema HIV und AIDS, HIV-Tests, Beratung und Betreuung, Veranstaltungen wie der Christpher Street Day und ganz normale Infostände. Spenden sammeln, Preise für Tombolas organisieren, Broschüren zusammentragen, Ordnen, Machen, Tun, Helfen und so vieles mehr. Und das geschieht alles in diesem alten Fachwerkhaus von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern.

Und obwohl mich das begeistert hat, ist es nicht das, was mich am meisten beeindruckt hat. Das war nämlich die Tatsache, dass dieses Fachwerkhaus ein Nest ist. Von außen nicht zu erkennen, aber man spürt es sehr schnell. Die Menschen in diesem Nest, egal in welcher Rolle sie in diesem Haus sind, sind das Besondere, alle zusammen haben eines gemeinsam: Herz! Es wird gearbeitet ohne zu vergessen, den anderen zu sehen, es wird gegeben, wer nach etwas fragt, es wird geholfen ohne Zeigefinger, es wird einfach gemacht. Es wird einfach gemacht ... weil sie das Leben lieben.

In meinem Praktikum bin ich tollen Menschen begegnet und konnte sein, wie ich bin. Wo kann man unter „Fremden" so schnell ankommen? Im Nest! Jetzt beim Schreiben merke ich, dass ich gar nicht die richtigen Worte finden kann, deswegen in aller Kürze: Vielen Dank an alle in der AIDS-Hilfe Hamburg für die Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Ernsthaftigkeit, Lockerheit und für Euer Lachen. Selten habe ich erlebt, das jeder Mitarbeiter dem anderen immer ein Lachen und Lächeln schenkt.

Peter war im Sommer 2010 als Verwaltungspraktikant am Empfang tätig.