Kami (Team Empfang): Ich gebe der AIDS-Hilfe Hamburg ein Gesicht

„Es ist so einfach, sich einzubringen", sagt die 30-jährige Kami. An ein paar Nachmittagen im Monat ist sie die erste Kontaktperson für die Besucher des AIDS-Hilfe Hauses in der Langen Reihe. „Ich repräsentiere hier am Empfangtresen die AIDS-Hilfe - die Tür ist offen, und da sitze ich."

Dabei wollte Kami, die zurzeit den Dualen Studiengang Pflege absolviert, eigentlich ehrenamtlich mit Jugendlichen arbeiten. „Zur AIDS-Hilfe kam ich eher zufällig: Ich habe für mein Studium einen Vortrag über HIV und AIDS vorbereitet und habe mich selber an die AIDS-Hilfe gewandt. Und als ich dann in der Jugendhilfe nicht so richtig fündig wurde, da habe ich hier noch einmal nachgefragt" - mit Erfolg. Schon seit zwei Jahren ist Kami nun dabei. Besonders gut gefällt ihr, dass hier jeder willkommen ist: „Es ist wie eine zweite Familie", sagt sie.

Am Empfangstresen der AIDS-Hilfe leistet die Studentin mit türkischen Wurzeln ganz praktische Lebenshilfe. Denn eigentlich weiß sie nie, was der Tag so bringt. So viele verschiedene Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen kommen in das Haus. „Es ist sicher hilfreich, dass ich kontaktfreudig bin und mich mit Gesundheitsthemen gut auskenne - aber ich weiß auch, wie man ein Büro organisiert" - denn auch das gehört dazu.

Bei ihrer Arbeit erlebt Kami oft, dass die Gesellschaft eigentlich noch lange nicht aufgeklärt genug ist, und dass es - vielleicht auch deshalb - nicht jedem leicht fällt, sich Hilfe zu suchen: „Da gibt es noch viel zu tun - und das ist eben mein Beitrag. Ich spende kein Geld sondern meine Zeit", erklärt sie ihr Engagement. Und bezahlt wird sie auch, ergänzt sie mit einem Lächeln: mit Anerkennung und Wertschätzung.