Arbeitskreis für Jugendprävention HIV/AIDS/STI

Qualitätsstandards

Die Mitglieder des Hamburger Arbeitskreises Jugendprävention orientieren sich bei Ihren Aktivitäten zur Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) bei Jugendlichen an der im Aktionsplan zur Umsetzung der HIV/AIDS-Bekämpfungsstrategie der Bundesregierung formulierten Strategie zur Jugendaufklärung.

Danach stellen Jugendliche und junge Erwachsene eine wichtige Zielgruppe für die HIV- und STI-Prävention dar. Sie ist insbesondere deshalb von besonderer Bedeutung, weil damit jede nachwachsende Generation erreicht wird, unabhängig vom Geschlecht, von der kulturellen Herkunft, dem sozialen Status oder der sexuellen Orientierung. Jugendliche haben zu Beginn ihrer sexuellen Aktivität einen besonders hohen Bedarf an Aufklärung über Risiken und adäquate Schutzmaßnahmen. Höhere Partnerzahlen, vor allem in der Phase der Partnersuche, führen zu vergleichsweise häufigerem Auftreten von STI wie Chlamydieninfektionen, Genitalherpes und Feigwarzen.

Die Wiederholungsbefragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) stellt fest, dass das Kondom sich bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen nahezu vollständig etabliert hat. Jugendliche verwenden es zur Verhütung ungewollter Schwangerschaften und immer häufiger zur Vermeidung von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Die Kondomverwendung bei Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren ist weit verbreitet. 86 Prozent der sexuell aktiven Jugendlichen nutzen im Jahr 2010 immer, häufig oder gelegentlich Kondome. Der Anteil derjenigen, die regelmäßig Kondome verwenden ist zuletzt noch einmal auf 71 Prozent gestiegen. Von einer wachsenden Sorglosigkeit kann daher auch bei Jugendlichen nicht gesprochen werden.

Gleichzeitig ist der Wissenstand in wichtigen Bereichen jedoch oft noch lückenhaft. Insbesondere über andere sexuell übertragbare Infektionen besteht bei Jugendlichen noch ein deutlicher Informationsbedarf.

Die Prävention steht vor der Herausforderung, das Risiko einer HIV-Infektion und das Leben mit HIV einerseits nicht zu verharmlosen, andererseits jedoch auch nicht zur Dramatisierung beizutragen. Viele Betroffene erleben in Deutschland die Infektion heute nicht mehr als akut lebensbedrohlich. Trotzdem hat sie für Menschen mit HIV noch immer tiefgreifende gesundheitliche und vor allem psychosoziale Folgen. Im Verständnis der Gesellschaft wird HIV oft mit AIDS gleichgesetzt - auch bei uns noch eine tödliche Erkrankung. Zudem gilt HIV bei vielen als eine „auf dubiosen Wegen" erworbene Infektion.

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